Die lustige Witwe

 

Die Lustige Witwe ist bis heute die am häufigsten aufgeführte Operette neben Strauß‘ Fledermaus. Aufgrund der szenisch wie musikalisch gleichermaßen glücklichen Umsetzung einer satirisch-exotisch-pikant-boulvardesken Geschichte, durch die die Sorgen und Nöte der High Society gut zu verstehen sind. In Paris genießt man das Leben und amüsiert sich, während der kleine Staat Pontevedro von Geldnöten geplagt wird. Für Baron Zeta scheint die Lösung für die finanzielle Misere auf der Hand zu liegen: Hanna Glawari, seit kurzem Witwe, jung, gut aussehend, charmant und noch dazu steinreich, soll an den Mann gebracht werden. Dabei übersieht er völlig, dass seine eigene Frau Valencienne vor seinen Augen heftig mit dem jungen Rossillon flirtet.

Französische Mitgiftjäger, die der Millionenwitwe zu Füßen liegen, gibt es in Paris genug, doch muss sie, um dem Staat das Geld zu retten, einen Landsmann heiraten. Da kommt der Lebemann Danilo gerade recht. Der Arbeitsscheue Gesandtschaftssekretär, der früher Hannas Geliebter war, verbringt seine Zeit lieber in Pariser Nachtklubs bei den Griesetten, als hinter seinem Schreibtisch. Wegen adeligen Standesdünkels durfte er sie damals nicht heiraten, doch es zeigt sich, dass er noch immer Gefühle für Hanna hat, und will sie auf keinen Fall wegen ihres Geldes heiraten. Bis zum Bekenntnis „Lippenschweigen, ‚s flüstern Geigen, hab dich Lieb“ ist es ein Weg voller spannender Missverständnisse und Umwege.

Mit seinen unerschöpflichen melodischen Einfällen und bezaubernden orchestralen Farben, in der Atmosphäre changierend, traf Lehar einen Nerv der damaligen Zeit. Der 1. Akt charakterisiert die elegante Pariser Klangwelt mit berauschenden Walzerthemen, der 2. Akt ist von Folklore in seiner ganzen Buntheit erfüllt (mit romantischen slawischen Melodien der Heimat Hannas und Danilos), und der 3. Akt parfümiert musikalisch die frivol-erotische Atmosphäre der Pariser Nachtlokale. Bis heute besteht das Werk durch seine Frische, Lebenslust und Erotik.

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